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Trachtenmode in Salzburg?

Die Politik im Land Salzburg hat sich schon 1910, also vor weit über 100 Jahren mit der Trachtenmode in Salzburg beschäftigt. Am 4. Jänner 1910 hat ein Arbeitskreis in der Landesregierung dazu seine Arbeit aufgenommen um Trachtenmode, Bräuche und Kultur in Salzburg zu erhalten und zu fördern. Salzburg hat sogar einen offiziellen Landestrachtenanzug für die Männer - sonst gibt's das nicht!


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Trachtenmode in Salzburg

Als Ergebnis des Arbeitskreises zur Förderung und Erhaltung von Trachtenmode, Sitten und Gebräuchen in Salzburg erschien dann erstmals im Jahr 1935 eine sogenannte "Landes-Trachtenmappe". Außerdem schuf dieser Arbeitskreis ein Unikat in Österreich, nämlich einen offiziellen Landestrachten-Anzug für Männer. Und dieser ist tatsächlich in Gesetzesform gegossen worden, das hat kein anderes Bundesland in Österreich gemacht. Für Frauen hatte man damals auch in der Politik ein Lodenkostüm vorgesehen, allerdings wurde dieses nicht in den Status eines Gesetzes gebracht.

Warum widmete sich die Politik den Trachten?

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Dass die Politiker (und es gab definitiv wenige Politikerinnen im Jahr 1910) die Notwendigkeit sahen sich gesetzlich und auf Regierungsebene mit der Frage der Erhaltung von Trachtenmode sowie Sitten und Gebräuchen zu beschäftigen, hat einen tieferen Grund. Dieser ist im 19. Jahrhundert zu sehen, denn im Zuge der industriellen Revolution - Stichwort Erfindung der Damptmaschine - gab es in Salzburg wie auch in vielen anderen Regionen eine Landlfucht. Und diese Landflucht führte dazu, dass viele bäuerliche Familien in die Städte und größeren Dörfer gezogen sind. Diese Landflucht hatte aber auch den Effekt, dass viele Gebräuche und Traditiionen nicht mehr entsprechende Beachtung fanden und über die Generationen weitergetragen wurden.

Natürlich hat das aber nicht nur auf die Erhaltung von Bräuchen eine Auswirkung gehabt, sondern man wollte sich auch im bürgerlichen Milieu der Städte entsprechend anpassen, damit hat auch die Trachtenkleidung und die übliche Kleidung der bäuerlichen Schicht auf dem Land zunehmend an Bedeutung verloren. Viele haben diese traditionellen Trachten abgelegt, weil sie sich modisch eben der bürgerlichen Schicht in den Städten anpassen wollten. Es wurde als Altmodisch empfunden noch in Tracht zu sein. Vor über 100 Jahren war das auch nachvollziehbar, denn Bräuche und Tradiitonen haben nun einmal tatsächlich - und das nicht nur in der Mode - den Effekt, dass sie erst in der Retrospektive über längere Zeit wieder eine Wertschätzung erfahren. Wie man in Österreich auch gerne sagt:

Wenn du berühmt und beliebt sein willst im Volk, ist das wichtigste Kriterium dazu dein eigener Tod. Niemand erfährt so viel Wertschätzung wie Tote in Österreich, zu Lebzeiten ist die Anerkennung auch den berühmtesten Kulturschaffenden in Österreich nur schwer möglich. Sobald sie aber gestorben sind, werden sie oftmals geschätzt.

Und das gilt natürlich in einer gewissen Form auch für Bräuche und Traditionen.

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Trachten als Identität

Die Salzburger Trachten wurden dann aber eigentlich nicht von der bäuerlichen Bevölkerung wieder aus der Versenkung erhoben, sondern von der städtischen Bevölkerung, die die Trachten der Salzburgerinnen und Salzburger dann wieder für sich als eindeutiges Kennzeichen der Salzburger Identität entdeckt haben. Tatsächlich reichen die Anfänge beim Bewußtsein für die Trachtenmode ins 19. Jahrhundert zurück. Es geht genauer gesagt um die romantische Epoche des Historimus. Initial ist diese Bewegung auf Frankreich zurückzuführen. Damals hat Jean Jaques Rousseau mit seiner Forderung "Zurück zur Natur" eine quasi identitätsstiftende Bewegung ausgelöst. Das war allerdings schon weit am Anfang des 19. Jahrhunderts, der Mann ist am 28. Juni 1712 geboren worden. Er war nicht Modedesigner, sondern Philosph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist. Die politische Theorie von ihm hat sich dann im 18. und 19. Jahrhundert eben langsam über ganz Europa verbreitet.

In Österreich wurde diese Bewegung maßgeblich von Erzherzog Johann getragen. Die Trachten in Salzburg sind übrigens dann langsam auch in die Bezirke eingekehrt und es haben sich Trachtenlinien entwickelt, die je nach Bezirk unterschiedlich sind. Besonders bekannt geworden ist dabei beispielsweise die Pinzgauer Tracht, die wurde im Jahr 2021 (Herbst) sogar zu einem UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Das ist übrigens zurückzuführen au feine Frau in Leogang. Die Schneidermeisterin Christine Eberl und ihre Kollegin Sandra Thaier haben ein entsprechendes Ansuchen bei der UNESCO eingereicht, die beiden Expertinnen für Trachten wurden dabei von der Leiteri der volksundlichen Sammlung des Salzburg Museums, Ernestine Hutter, unterstützt.

Auch gerne gesehen ist die Pongauer Tracht in Salzburg. Neben den Trachten für Frauen, hier gibt es die klassische weibliche Festtagstracht im Pongau und die eigenen Mädchentracht, wobei die Mädchen eben statt dem Miedergewand Stoffkleider und sehr weite Schürzen tragen, auch die eigene Altmännertracht und die Jungmännertracht.

Video: Trachten-Modeschau in Salzburg

Wer sich einen Eindruck über die Trachtenmode und deren Optik in Salzburg verdeutlichen möchte, kann sich auch das folgende Video, das wir auf Youtube herausgesucht haben von einer Trachten-Modeschau im Jahr 2018 herausgesucht haben. Diese Modeschau hat im Jahr 2018 auf dem Messegelände der Messe Salzburg stattgefunden. (Das Vidoe ist übrigens nicht von uns gemacht worden!)

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Trachten im Pinzgau: Weltkulturerbe

Ein Weltkulturerbe der UNESCO ist seit dem Jahr 2021 die Pinzgauer Festtagstracht. Das ist durchaus eine Besonderheit, wir wollen hier ein wenig erklären, was die Pinzgauer Festtagstracht ist und wodurch sie sich auszeichnet. Was haben die beiden Frauen Christine Eberl und Sandra Thaier damit zu tun?

Männer-Tracht: Der Salzburger Anzug

Schlicht und dezent, das zeichnet den Salzburger Anzug aus. Er wird aus grauer Schurwolle hergestellt und mit einem grünen Besatz versehen. Der Salzburger Anzug ist quasi ein schlichtes Pendant zum Steirer-Anzug.

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