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Frauen sind öfter Opfer, als gedacht würde...

Studien vom Institut für Familienforschung an der Universität Wien belegten schon 2011 überraschend hohe Zahlen von sexueller Belästigung, Nötigung und Gewalt gegen Frauen.


Wir geben Tipps und Infos für Salzburgerinnen und alle Frauen, die in Salzburg leben. Wir befassen uns hier mit Lifstyle in Salzburg, Gesundheit, Shopping, Beauty und vielen weiteren Themen, die für Salzburgerinnen interessant sind. Bei uns auch die aktuellen Corona-Zahlen der Gemeinden in Salzburg.

Überraschend Häufig: Sexuelle Gewalt an Frauen

Wer sich denkt, dass das praktisch nie passiert, irrt gewaltig - denn sexuelle Gewalt an Frauen oder sexuelle Belästigung sind so tief in der Gesellschaft verankert und trotzdem so sehr tabuisiert, dass viele Opfer wohl nicht in den offiziellen Kriminalstatistiken erscheinen. Wenn aber Befragungen stattfinden, dann offenbart sich in Salzburg und auch in ganz Österreich ein anderes Bild, als es viele für möglich halten würden.

Sexuelle Belästigung: 74,2 %

In entsprechenden Studien des österreichischen Instituts für Familienforschung an der Universität Wien unter anderem in der Olaf Kapella-Studie schon im Jahr 2011 - für alle, die solche Daten auf die Migrationsbewegungen des Jahres 2015 / 2016 "schieben wollen" hier schon einmal klargestellt - sind erschreckende Zahlen zu Tage gefördert worden. Drei Viertel aller Frauen in Österreich haben laut den Erhebungen schon sexuelle Belästigung erlebt. Das Feld von Belästigung ist natürlich etwas weiter gefasst und wird von manchen Menschen gar nicht konkret wahrgenommen. Es gibt sicher Menschen, die das abtun möchten, aber ein Blick in die tieferen Zahlen macht die Sache nicht besser sondern eigenltich schlimmer.

29,5 % der Frauen haben sexuelle Gewalt erfahren!


Nahezu jede dritte Frau in Österreich ist schon am eigenen Leib mit sexueller Gewalt - hier geht es nicht mehr um Belästigung oder anzügliche Bemerkungen - erlebt. Dieser Wert ist aus der Prävalenzstudie aus dem Jahr 2011 abzulesen. Und fast alle der hier genannten betroffenen Frauen haben sexuelle Gewalt in schwerer Form erlebt, wir sprechen also nicht von einer unerwünschten Berührung, sondern tatsächlich von eindeutigen sexuellen Straftaten.

Vergewaltigung an 7 % der Frauen

Wenn man die Frauen - etwa ein Drittel aller Frauen in Österreich - heranzieht und sich die Details zu den Zahlen ansieht, entsteht ein korrektes Bild von der Situation von Frauen in Österreich. Jede vierte von ihnen, also letztlich 7 % aller Frauen in Österreich haben eine oer mehrere Vergewaltigungen erlebt. 8,9 % der Frauen in Österreich, aus der betroffenen Gruppe also etwa jede dritte Frau, hat eine oder mehrere versuchte Vergewaltigungen erlebt und 13,5 der Frauen in Österriech sind schon zu sexuellen Handlungen genötigt worden - also zu Sex oder sexuellen Handlungen gegen deren Willen.

Täter und Orte

Auch zum Beziehungsstatus der betroffenen Frauen zu den jeweiligen Tätern und auch zur Örtlichkeit an der es zu sexueller Gewalt gekommen ist, gibt es in der Studie einige Aufschlüsse?

Wer sind die Täter bei sexueller Gewalt gegen Frauen?

Die absolute Mehrheit der Täter in dieser Studie sind Männer. 90,3 % der Frauen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, erleben diese ausschließlich von Männern, die restlichen 9,7 % erleben sexuelle Gewalt nicht ausschließlich von Männern. Die betroffenen Frauen nannten als Täter diese Personengruppen am häufigsten:

  • 17,1 %: Der derzeitige (Lebens / Ehe...)-Partner
  • 12,8 %: Ein früherer Partner / Ex-Parnter, Ex-Mann...
  • 18,3 %: Ein Bekannter oder Freund
  • 22,6 %: Männliche bekannte Person, aber nicht Teil der Familie oder des Freundes- und Bekanntenkreises
  • 19,5 %: Männliche unbekannte Person

Wo findet sexuelle Gewalt gegen Frauen statt?

Der überwiegende Großteil von sexueller Gewalt gegen Frauen findet innerhalb von Wohnungen statt. Das haben 64,6 % der betroffenen bei ihren Fällen angegeben. Dieser Anteil ist interessanterweise jeweils zur Hälfte mit der eigenen Wohnung und zur anderen Hälfte mit der Wohnung von anderen Personen genannt. Hier ist aber nicht genau erhoben, ob es sich bei Wohnungen anderer Personen zu einem guten Teil um die Wohnung des Täters handelt oder diese Taten einfach in anderen Wohnungen (bei Parties...) stattfinden.

Weitere 22,8 % gaben an, dass sie sexuelle Gewalt in Lokalen, Restaurants, Bars - also generell in der Gastronomie erlebt haben. Knapp 20 % haben sexuelle Übergriffe im Auto erlebt, 19,2 % am Arbeitsplatz oder in der Ausbildungsstätte wobei hier auch Universität und Schule dazugerechnet sind. Verbleibende 14,4 % gaben an, dass sexuelle Gewaltübergriffe auf der Straße stattgefunden haben.


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Anzeigen und Dunkelziffer bei sexueller Gewalt

Das Verhältnis ist in der Prävalenzstudie 2011 vom Institut für Familienforschung mit 1:15 benannt - allerdings beziehen sich diese Zahlen wieder auf ganz Österreich und nicht explizit auf das Bundesland Salzburg. Das bedeutet, dass nur 6,4 % der Frauen, die mit sexueller Gewalt konfrontiert wurden und diese erlebt haben, tatsächlich auch Anzeige erstatten und die Behörden auf den Fall aufmerksam machen. Damit ist eine erschreckend hohe Dunkelziffer zu sehen. In Salzburg schwanken die Zahlen in der Kriminalstatistik im Kapitel "Strafbare Handlungen gegen sexuelle Integrität und Selbstbestimmung" stark. Aus der Statistik lässt sich nicht 1:1 ableiten, wie viele dieser Fälle letztlich sexuelle Gewalt oder schwere sexuelle Belästigung sind. Wenn man sich aber vorstellt, dass die Realität etwa dem 15-fachen der Anzeigen entspricht, kann man sich ein gutes Bild von der echten Situation der Salzburger Frauen machen.

Häufigkeit von strafbaren Handlungen in Salzburg (Sexuelle Integrität, Selbstbestimmung)

Diese Zahlen handeln nur von den tatsächlich zur Anzeige gebrachten strafbaren Handlungen im Bereich der sexuellen Integrität und Selbstbestimmung, aus den Fallzahlen, die hier angeführt sind, kann man durchaus zumindest eine Dunkelziffer vermuten die sich im Bereich des 10 - 20-fachen dieser Ziffern bewegt.

  • 2014: 264 Fälle angezeigt (76,1 % Aufklärungsquote)
  • 2015: 202 Fälle angezeigt (79,7 % Aufklärungsquote)
  • 2016: 331 Fälle angezeigt (75,5 % Aufklärungsquote)
  • 2017: 346 Fälle angezeigt (76,6 % Aufklärungsquote)
  • 2018: 371 Fälle angezeigt (80,3 % Aufklärungsquote)
  • 2019: 395 Fälle angezeigt (85,3 % Aufklärungsquote)

Diese Daten stammen aus der Kriminalstatistik des Landes Salzburg.

Nachdem beide Datenquellen vertrauenswürdig sind, kann man also in Salzburg etwa von 2.500 bis 7.000 tatsächlichen Fällen von sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt ausgehen - pro Jahr. Der überwiegende Teil davon, mehr als 90 % dürfte sich dabei gegen Frauen richten und diese Zahlen bei einer Gesamtbevölkerung von rund 500.000 Menschen zeichen ein erschreckendes Bild.

Ermutigung zur Reaktion

Verschiedene Organisationen und Selbsthilfegruppen ermutigen Frauen daher intensiv zur Reaktion auf solche sexuellen Übergriffe und sexuelle Angriffe um auch die Dunkelziffer ins Licht zu rücken. Einige der Organisationen stellen wir auch auf salzburgerin.at vor. Beim Frauen-Notruf ist man in erster Reaktion schon gut aufgehoben, hier wird auch geholfen, wenn es um die Kommunikation mit den Behörden geht.


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